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12/2002
Das kompetente Immunsystem - Oder: Warum der Hai keinen Krebs bekommt.
Das Immunsystem entscheidet zwischen gesund oder krank. Ob wir einen Schnupfen bekommen oder nicht, ob die Grippe uns erwischt, sogar ob wir einen Krebs bekommen oder verschont bleiben. Eine kompetente Immunabwehr schützt uns nicht nur - wie wir alle wissen- vor Bakterien und Viren, sondern sogar vor Krebs. Unser Körper besteht aus 70 Billionen Körperzellen, 1 Billion davon erneuert sich täglich. Und dass bei dieser Unzahl von Zellteilung statistisch nur 4 Zellen entarten, grenzt ohnehin schon an ein Wunder. Und diese 4 Zellen werden vom kompetenten Immunsystem erkannt und - vernichtet. Grund genug, sich mit dem Wächter über unsere Gesundheit einmal näher zu beschäftigen.
Insgesamt müssen wir uns um 4 Punkte kümmern:
1. Das Eiweiß
Das Immunsystem besteht aus 1,5 Kilogramm Eiweiß. Wenn man einmal alle immunkompetenten Zellen sammelt - Leukozyten, Lymphozyten, Killerzellen, Makrophagen, T-Helfer-Zellen etc. - so erkennt man: All diese Zellen bestehen zunächst einmal aus Eiweiß. Wenn sich unser Gesamteiweißspiegel aber nicht im erwünschten oberen Normbereich, sondern am unteren Normbereich befindet, verfügen wir nur über 0,8 Kilogramm Immunsystem. Das ist praktisch die Hälfte. Zunächst einmal muss man sich also um einen gesunden Eiweißspiegel kümmern.
2. Die Arten der Impfung
Zweitens müssen die Immunzellen gerichtet sein, sprich Sie müssen Ihre Feinde kennen. Das gelingt durch Impfung. Nicht nur der Hausarzt kann uns impfen, das können wir selber auch. Die Kinder machen es uns vor. Während der Stillperiode nimmt der Säugling über die Muttermilch die Antikörper der Mutter auf. Alles, wogegen die Mutter immun ist, beschützt auch den Säugling. Aber das ist nur ein passiver Schutz. Sobald abgestillt wird, muss das eigene Immunsystem übernehmen. Darum impft sich der Säugling. Alles, was er in die Hände bekommt, steckt er in den Mund. Das ist ein natürlicher Reflex. Bakterien und Viren werden verschluckt und gelangen in den Darm. Der Darm ist das größte immunologisch wirksame System des Menschen. Kleine Mengen Schmutz werden als körperfremd erkannt und es werden Antikörper gebildet. Das Kleinkind legt sich eine Datenbank an wie das Bundeskriminalamt, und sobald bekannte Erreger beispielsweise über das Blut in den Körper gelangen, können die Immunzellen sofort zum Gegenangriff übergehen. Bei unbekannten Erregern müssen erst die Antikörper gebildet werden, und das braucht Zeit. Man wird erst einmal krank. Darum haben Sagrotan-Mütter die anfälligsten Kinder. Ein bisschen Schmutz ist notwendig und gewollt. Darum empfehlen führende Immunologen, kleinen Kindern ein Haustier zu schenken, damit sie nicht ganz so keimfrei aufwachsen. Und es ist längst erwiesen, dass diese Kinder sehr viel seltener Asthma oder Allergien entwickeln, als die allzu sauberen Kinder.
Nehmen wir uns daran ein Beispiel: Wenn das nächste mal im Restaurant eine Gabel runterfallt, bitte denken Sie an mich und benutzen Sie diese Gabel jetzt erst recht. Nun ist es eine "geimpfte" Gabel. Dass wir beim Bergwandern aus einem kristallklaren Bach trinken, versteht sich von selbst. Bitte trinken Sie auch einmal aus dem Bach, wenn er im Tal angekommen ist. Probieren Sie mal einen kleinen Schluck aus der Pfütze im Wald. Das ist die neue Definition der "Schluckimpfung". Viele Menschen glauben ja wirklich allen Ernstes, unserer Trinkwasser müsse steril sein. Und was aus dem Hahn kommt, das ist praktisch steril. Denn wenn mehr als vier Keime pro Liter nachgewiesen werden, wird sofort nachgechlort. Und dann fährt man in den Urlaub, und im Gastland mit nicht ganz so strengen Bestimmungen erwischt uns prompt der Durchfall.
Wie machen es denn die Tiere im Wald? Hat der Fuchs einen Wasseranschluss von den Stadtwerken in seinem Bau? Kocht das Reh erst einmal sein Trinkwasser ab? Ich habe noch nie einen Fuchs mit Lungenentzündung oder ein Reh mit Schnupfen gesehen- wohl aber viele Menschen. So wie die Tiere haben auch die Menschen Millionen Jahre gelebt. Wenn man das erste einmal verstanden hat, erscheint einem der kleine Schluck aus der Pfütze nicht mehr ganz so abwegig.
3. Die Bewegung
Drittens müssen die Immunzellen "belüftet" werden. Das geschieht durch leichtes, aerobes Ausdauertraining. Es ist bewiesen, dass schon nach 11 Minuten Joggen oder schnellem Spazieren gehen sowohl die Anzahl als auch die Abwehrkraft der natürlichen Killerzellen im Blut signifikant ansteigt. Ganz neu ist diese mittlerweile wissenschaftlich belegte These nicht. Turnvater Jahn hätte gesagt: "Man härtet sich ab!"
Bei meinen Patienten untersuche ich immer einen Tropfen Lebendblut unter dem Mikroskop. Manchmal sieht man, wie sich die immunologisch wichtigen Granolozyten satt und zufrieden im Licht des Mikroskops sonnen. Inaktive Zellen sprechen für eine schlechte Abwehrlage. Hier fehlen Immunreize und Bewegung. Viel besser sind die aktiven Zellen, die mit amöboider Fortbewegung auf der Suche nach möglichen Feinden angriffslustig durch das Blut pflügen.
4. Psychoneuroimmunologie
Der vierte Punkt ist der Schwerste: Wir benötigen das Gefühl der Geborgenheit. Ein ganz neues Fach der Medizin beschäftigt sich mit der Psychoneuroimmunologie. Denn durch die Psyche kann man über Nerven (Neuro) das Immunsystem beeinflussen. Auch das ist nicht neu. Wer kennt nicht Fälle, wo Menschen nach dem Verlust eines geliebten Verwandten mit körperlichen Krankheitssymptomen reagieren. Und jeder weiß, dass Kinder, die in einem intakten Elternhaus mit viel Nestwärme aufwachsen deutlich seltener krank werden als beispielsweise Sozialwaisen.
Der Hai ist der einzige Meeresbewohner, bei dem kein Krebs bekannt ist. Wir ahnen auch warum. Der Hai schwimmt im Gefühl der Geborgenheit. Eine Tonne Muskelfleisch, ein Maul mit drei Reihen rasierklingenscharfen Zähnen und dem sicheren Gefühl: Wer kann mir schon etwas tun? Überall, wo der Hai mit seinen majestätisch eleganten Bewegungen auftaucht, weichen alle anderen Fische ehrfürchtig zurück. Das ist das Gefühl der Geborgenheit oder wissenschaftlich: Psychoneuroimmunologie.
Und noch einen Vorteil hat der Hai: So ein großer weißer Hai hat gerade einmal die Hirngröße von unserer Hauskatze. Übersetzt heißt das: Zu gescheit ist auch nicht gut! Denn unsere Gedanken lassen uns oft nicht mehr entspannen.
Unsere Oma hatte es deutlich noch einfacher. Nach des Tages Müh und Plag ging sie in die Abendandacht, um die Sorgen des Tages einfach über die rechte Schulter zu schmeißen. Nach dem Motto: "Also lieber Gott, da hast Du den ganzen Müll. Sieh zu, wie Du damit fertig wirst. Ich mach jetzt Feierabend". Mit dem Gefühl der Geborgenheit ging die Großmutter nach Hause und hatte ihre Sorgen delegiert. Wir sind da heute schon einen großen Schritt weitergekommen. Wir können die Sorgen abends schon mit ins Bett nehmen.
Stoppen Sie den inneren Dialog!
Kennen Sie das, wenn vor dem Einschlafen vor dem geistigen Auge die ganzen negativen Ereignisse des Tages noch einmal Revue passieren und Sie innerlich richten und rechten mit Gott und der Welt? Das ist nicht gerade förderlich für Ihr Immunsystem. Vielmehr sollten wir diesen "Inneren Dialog" stoppen, und das ist gar nicht so schwer. Das kann man sogar an einem Nachmittag lernen. Eigens dafür veranstalten wir regelmäßig Kurse, in denen die Teilnehmer diese alte und ehrwürdige Technik lernen.
Fazit:
Kümmern Sie sich um einen hohen Eiweißspiegel im Blut. Bitte verwechseln Sie Eiweiß nicht mit Fleisch. Eine Eiweißbombe sind z.B. Pellkartoffeln mit Quark. Stimulieren Sie Ihre Immunzellen durch weniger steriles Etepetete. Belüften Sie das Immunsystem durch leichtes Ausdauertraining. (Vorsicht: Hartes Training macht eher krank als gesund.) Lernen Sie die Technik, den Inneren Dialog zu stoppen und laben Sie sich wieder am gesunden Gefühl der Geborgenheit.
Mit freundlichen Grüßen
Medical Consultants GmbH
Eckenhaider Weg 6
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