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08/2003
Das chronische Müdigkeitssyndrom
Kennen Sie das? Eigentlich haben Sie nachts ganz gut geschlafen, aber schon in den frühen Vormittagsstunden überkommt Sie eine unerklärliche, bleierne Müdigkeit? Jeder zweite Deutsche klagt beim Arzt über chronische Müdigkeit:
"Herr Doktor, schon um 10 Uhr morgens bin ich müde, nur noch im liegen geht's!" Während sich die Wissenschaft bemüht, dieses immer häufiger werdende chronic fatigue syndrome zu katalogisieren und zu verwalten, ist die schnelle Heilung dieser Zivilisationskrankheit einfacher als gedacht.
Die meisten chronisch müden Menschen haben ein gemeinsames Merkmal:
Nämlich eine Fettleber. Und die Fettleber ist der stärkste Müdemacher den wir kennen. Die häufigste Ursache für die Bildung einer Fettleber ist das späte Abendessen. Besonders wenn das Essen viele Kohlenhydrate enthält, z.B. eine Portion Pasta beim Italiener, werden alle Kalorien, die Sie vor dem Schlafen gehen nicht mehr in Energie umwandeln, als Fett gebunkert. Und zwar in der Leber! Der Körper kann nur 500 Gramm Kohlenhydrat speichern. Alles was wir darüber hinaus zu uns nehmen, wird in unserer Leber in Fett umgewandelt.
Das gilt natürlich nicht für einen Sportler oder Schwerarbeiter, der tagsüber seinen Kohlenhydratvorrat aufgebraucht hat, und abends lediglich wieder auffüllt. Hier stimmt die Bilanz! Anders verhält es sich beim reinen Kopfarbeiter: Die normale Nahrung tagsüber liefert ohnehin oft mehr Kohlenhydrate, als wir verbrauchen können. Also sind abends die Speicher voll. Und voller als voll geht nicht! Darum werden Nudeln, Kartoffeln und Brot in Fett umgewandelt. Beschleunigt wird dieser Prozess noch durch das Gläschen Chablis, Chianti oder eine Flasche Bier. Die frohe Botschaft: Die Fettleber ist reversibel!
Wenn man diese Zusammenhänge erst einmal kennt, kann schnell Abhilfe geschaffen werden. Ernst zu nehmende amerikanische Wissenschaftler raten: Essen ab 17.00 Uhr gib nur Deinem Feind! Ganz so dogmatisch müssen wir uns gar nicht verhalten. Man darf ruhig auch nach 17.00 Uhr noch essen, aber bitte das Richtige:
Fett bleibt Fett, darum sollte man Fett ohnehin meiden, nicht nur abends. Denn selbst wenn wir auf alle sichtbaren Fette verzichten, essen wir noch doppelt so viel Fett, wie wir heutzutage eigentlich brauchen. Und auch bei Kohlenhydraten ist aus oben genannten Gründen Vorsicht geboten. Doch etwas können wir immer essen, und zwar ganz ohne Reue. Und dieser Zauberstoff heißt Eiweiß! Eiweiß kann nämlich biochemisch niemals in Fett umgewandelt werden.
Wenn Sie abends - auch ruhig nach 17.00 Uhr - noch essen möchten, dann sollten Sie diese Erkenntnisse beherzigen: Bestellen Sie sich im Restaurant eine große Portion Salat mit etwas magerem Eiweiß, z.B. in Form von Fisch oder Putenbrust. Das dazu gereichte Brot lassen Sie getrost stehen. Und schon ertönen die kritischen Stimmen besorgter Ernährungsexperten: "Man soll doch abends niemals Salat oder Gemüse essen, weil dadurch doch eine alkoholische Gärung entsteht!" - Genau das ist der Grund, warum abends im Urwald regelmäßig der Gong ertönt: Last order! Ab sofort kein Grünzeug mehr essen, weil Ihr Affen sonst alle nachts besoffen von den Bäumen fallen würdet. Und wie die Affen hat auch der Mensch 4 Millionen Jahre lang gegessen, und eine Fettleber war damals gänzlich unbekannt.
Lassen Sie die Leber einmal "leer" laufen!
Um die Regeneration der Leber zu beschleunigen, lohnt es sich, das System erst einmal leer laufen zu lassen. Schon wenige Tage fasten reichen aus, um die Leber nachhaltig zu entlasten. 3-4 Liter Wasser oder Tee täglich unterstützen effektiv den Entgiftungsprozess. Wem diese Maßnahme zu drastisch erscheint, der sollte zumindest eine Woche gänzlich auf Kohlenhydrate verzichten. Der Erfolg wird schnell spürbar. Denn müde werden Sie erst wieder nach Sonnenuntergang!
Tipp: Lassen Sie doch einmal Ihre Leberwerte beim Arzt bestimmen.
Blutwert: anzustrebendes Ergebnis
Gamma-GT: < 10 U/L
GPT: < 40 U/L
GOT: < 40 U/L
Gamma - GT: Dies ist der sensibelste Leberwert. Faustregel: Ist die Gamma-GT in Ordnung, so ist die Leber in Ordnung! Schon einige Gläser Wein oder Bier am Abend vor der Blutentnahme lassen die Gamma-GT ansteigen. Dieser Wert geht schnell rauf und schnell wieder runter. Wenn auch die weiteren Leberwerte angestiegen sind, so sitzt der Schaden bereits etwas tiefer. Häufigste Ursachen: Täglicher Alkoholkonsum und/oder Medikamente (Blutdruckmittel, Blutfettsenker, Beta-Blocker) und/oder spätes Abendessen. Meist ist es eine Kombination aus allen drei Faktoren. Spätestens jetzt sollte Sie Ihrer Leber einige Wochen Pause gönnen!